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Bündnis 90 / Grüne Obermichelbach

 Obermichelbach - Gemeinderat -
 Sitzung vom 22. September 2008

   

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Sitzung Gemeinderat, Obermichelbach, 22. September 2008

Obermichelbach, Straßenleuchte

Kompromiss bei Nachtabschaltung vereinbart
Bereits zwei Mal hatte in der Vergangenheit die Gemeinderatsmehrheit die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in Obermichelbach abgelehnt: aus angeblichen Sicherheitsgründen. Der neue Gemeinderat mit neuen Mehrheiten stimmte nach einer denkbar heftigen Debatte jetzt dem Ansinnen zu: Montags bis Freitags werden alle Laternen zwischen 0:30 und 4:30 Uhr abgeschaltet, was eine Ersparnis von über 6000 Euro pro Jahr bringt, von den vielen Tonnen Klimakiller CO² gar nicht zu reden.
Der Kompromiss beinhaltet, dass an Wochenenden das Licht brennen bleibt und in der Dämmerung früh und abends nicht an den Einschaltzeiten gedreht wird, was wir eigentlich gefordert hatten. Die knappe Entscheidung wurde gegen die Stimmen der CSU Obermichelbach gefällt.
Und: in einem Jahr will man sich noch mal die Sachlage ansehen, wie die Bevölkerung diese Maßnahme annimmt.

Bereits vor der Sitzung war man sich einig, dass parallel geprüft werden soll, ob andere Lampen in die älteren Leuchten eingesetzt werden können, um hier zusätzlich Energie einzusparen und die Umwelt zu schonen

Ökostrom von N-Ergie ist eine teure Mogelpackung
7,6 Cent plus ein paar Nebenkosten für den Strom namens "Strom Kommune Plus Öko"  - das klang wie ein Märchen, was uns N-Ergie für Obermichelbach anbot. Doch es war nur eine Seifenblase: denn samt aller Steuern kostet dieser Strom - vom »Bayerischen Gemeindetag als idealer Rahmenvertrag angeboten - zwischen 17,63 und 17,99 Cent/kWh gegenüber bisher 14,68 Cent für den klassischen Strommix aus Kohle, Atomstrom und Wasserkraft.
Hinzu kommt, dass es sich bei diesem "Ökostrom" zwar um Strom aus Wasserkraftwerken handelt, diese aber den so abgegebenen Strom an anderer Stelle wieder mit dem herkömmlichen Strommix einkaufen - dem Strom wird also nur ein anderes Etikett aufgeklebt, ein Umdenken Richtung erneuerbare Energie findet nicht statt. Die »Zertifikate dazu bringen N-Ergie nur Geld, sind aber ansonsten wertlos.
Auf Grund des Preises - und leider nur deswegen - einigte man sich, weitere Angebote einzuholen - auch auf Drängen von den Obermichelbacher GRÜNEN, vom echten Ökostromanbieter »Naturstrom.

Das Abwasser ist Fürth lieb und teuer.
Seit Jahren schwelt der Streit zwischen unserer Gemeinde und der Stadt Fürth, in deren Kläranlage wir als "Abwassergäste" unser Schmutzwasser leiten. Dabei ist es den Fürthern in den letzten Jahren irgendwie nie gelungen, saubere Abrechnungen zu erstellen - wir zahlten immer nur Abschläge in der voraussichtlichen Höhe. Nun darf Obermichelbach mit Abwasser weder Gewinn noch Verlust machen, was die Höhe der Gebührenkalkulation erheblich schwerer macht.
Den bestehenden Vertrag wollen die Fürther am besten unter den Tisch kehren und uns einen neuen aufdrängen, der natürlich teurer sein wird. Es laufen Normenkontrollverfahren, das Schiedsgericht ist angerufen - und schon wieder schummelten uns die Kollegen aus der Nachbarstadt stillschweigend einen Vertrag unter, der rückwirkend zum 1.1.2006 gelten sollte. Geht man so mit "Gästen" um?
Beschluss: wir bieten Fürth rückwirkend bis zum 1.1.2008 an, dafür werden aber alle Verfahren eingestellt. Wäre ein fairer Kompromiss - denn vor Gericht ist man wie auf hoher See: in Gottes Hand... man weiß nie....

Linie 126 verstärkt.
Die Buslinie 126, die bisher während der Ferien um 11:55 Uhr pausierte, fährt zukünftig auch, wenn sich die Kinder nicht in der Schule befinden müssen. Das kostet die Gemeinde zwar rund 1400 Euro pro Jahr, ist es aber wert.

Gewerbegebiet Süd: Langweilig aber richtig.
Nach der lustigen Debatte um die Benamung des neuen Gewerbegebietes im Obermichelbacher Süden ("Paulistraße - ist doch eine Sackgasse") hat man sich offensichtlich zwischen den Sitzungen gütlich geeinigt: "Gewerbegebiet Süd" - ein korrekter Name für die Straße(n), aber halt stinklangweilig.

Die Scheinheiligkeit der CSU.
Echt, der letzte Schrei war allerdings die scheinheilige und völlig überflüssige Anfrage der CSU-Fraktion, ob denn die Freien Wähler für das "riesige" Plakat am Bauzaun Burgstallstraße 6 bei der Gemeinde Gebühren zahlen würden. Nein, so der Bürgermeister, der übrigens Vorsitzender der Obermichelbacher Freien Wähler ist, was auch dem Herrn CSU-Fraktionsvorsitzenden bekannt sein sollte.

***********Private Meinungsäußerung Ulf Bittner, Gemeindrat der GRÜNEN******
Liebe CSU-Gemeinderatskollegen: Jeder Laternenpfahl, jeder Quadratmeter Bürgersteig, jeder Kreisel, jeder Baum auf Grünflächen, die wir alle mit unseren Plakaten vollkrempeln, gehört der Gemeinde. Und dies gehört zur Willensbildung durch die Parteien, das steht im so genannten Grundgesetz.
Im Übrigen: es haben sich irgend wie alle an die vorher
gemeinsam vereinbarten Regeln gehalten - nur die Plakataufsteller der CSU mal wieder nicht.
Warum halten sich immer nur alle anderen an Vereinbarungen und nur der CSU-Ortsverband schert sich mal wieder einen Dreck drum? Ich verstehe es langsam nicht mehr - und es enttäuscht jedes mal wieder. So, meine Herren, kann man nicht vertrauensvoll zusammen arbeiten.

 
Der Stein des Anstoßes: das Wahlplakat der Freien Wähler an der Burgstallstraße 6.
     
Zum Vergleich: ein wohl erheblich kleineres Plakat der CSU am Rewe, Ortseingang. (Größenvergleich am Verkehrsschild möglich).
     

Plakate der GRÜNEN im Kommunalwahlkampf 2008 wurden von CSU-Bürgermeister Hum entfernt, da sie ordnungswidrig an Verkehrsschildern angebracht waren. Später wollte die CSU dafür dann noch die Kosten rechtswidrig eintreiben lassen. Jetzt, in der Opposition verletzt man willentlich die gemeinsam getroffene Vereinbarung: keine Wahlwerbung an Verkehrsschildern. Danke, CSU.

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DAS OFFIZIELLE PROTOKOLL DER GEMEINDE OBERMICHELBACH
Sitzung vom 22. Sept. [pdf]