
Naturstrom und Nachtabschaltung?
Die Debatte, ob die Straßenbeleuchtung in
unseren drei Ortsteilen Obermichelbach,
Untermichelbach und Rothenberg die ganze Nacht
brennen muss, gewinnt wieder an Fahrt. Auf
Initiative des Bürgermeisters hin wird jetzt
erneut geprüft, ob eine solche Abschaltung
wirtschaftlich sinnvoll ist und wann sie sich
amortisieren könnte - dies hängt von den Ein-
und Ausschaltzeiten und der dahinter liegenden
Technik ab. Eine vergleichbare Diskussion wurde
schon mal vor einigen Jahren geführt und gegen
unsere Stimmen abgeschmettert, da die
Refinanzierung der Umstellung mehr als drei
Jahre gedauert hätte und die Kriminalitätsrate
im Ort ggf. explodiert wäre....
Vor dem Hintergrund der Energieproblematik und
dem Klimaschutz sollten wir erneut prüfen, so
der Bürgermeister. Daher wird in der nächsten
Sitzung ein Vertreter unseres Stromlieferanten
anwesend sein, um die Varianten durchzuspielen.
Gleichzeitig soll in Seukendorf nachgefragt
werden, wie denn dort die Erfahrungen mit
der Nachtabschaltung sind, denn dort wurde erst
vor kurzem umgestellt.
Atomstrom-Mix oder Naturstrom?
Gleichzeitig befasste sich der Ausschuss mit der
Stromart. Hier gilt es, drei grundsätzliche
Varianten zu prüfen:
1. Ökostrom aus Zertifikaten: N-Ergie bietet
diesen Strom, der ja auch von der Stadt Fürth
bezogen wird. Hier kauft N-Ergie Strom aus
Wasserkraft z.B. aus Norwegen. Nachteil: dieser
wird eh hergestellt und dann vor Ort durch
andere Stromarten ersetzt. Und da man mit dem
Thema Ökologie in diesem Land noch nicht sehr
sensibel umgeht, können die Norweger den
fehlenden Strom wieder durch Atomstrom z.B. aus
Frankreich ersetzen. Also eher eine
Feigenblatt-Lösung
2. Wasserkraft aus der Region: N-Ergie verkauft
uns ausschließlich Strom aus regionalen
Wasserkraftwerken. Diese Werke bestehen
allerdings schon und werden fleißig betrieben.
Nutznießer ist zunächst mal N-Ergie, da sie uns
diese Stromart teurer verkaufen wollen als den
üblichen Strommix. Aber: Es ist ein regionales
Produkt und man sichert damit die Existenz und
ggf. den Ausbau dieser Energieart
3. Echter Naturstrom: »Greenpeace, »Naturstrom
und »EWS
Schönau liefern echten Klimaschutzstrom aus
Sonne, Wind, Wasser und Bio, ohne
Umetikettierungs-Zertifikate oder sonstigen
Schmu. Hier ist der Preis pro Kilowattstunde zu
verhandeln. Denn die Gemeinde benötigt pro Jahr
etwa 280.000 kWh.
Wenn man jetzt eine mögliche
Nachtabschaltung gegen rechnet, könnte es sein,
dass man am Ende nicht mehr bezahlen muss und
Energie benutzt, die Klima und Umwelt nachhaltig
schont.
Der Kreisel bleibt dunkel, nicht aber der
Radweg.
N-Ergie hatte ein voll fettes
Beleuchtungskonzept für den neuen Kreisel an der
Kreisstraße erarbeitet - und wir müssten die
Kosten für Leuchten und Betrieb löhnen. Dies war
dem Bürgermeister zu überdimensioniert und er
verlangte zunächst eine abgespeckte Lösung.
Die lag nun vor und der Ausschuss war sich bald
einig, dass das Licht die landenden Flugzeuge
dazu bringen könnte, direkt am Kreisel
aufzusetzen. Daher: vorerst kein Licht. Die
Kabel hat N-Ergie vorsichtshalber kostenfrei
verlegt, so dass wir uns nichts vergeben.
Der Radweg zwischen Kreisel und Rewe soll
allerdings Licht bekommen. Hier wird nun
geprüft, ob das mit solarbetriebenen Leuchten
durchführbar wäre.
Diagonale Zaunbretter sind nicht
zugelassen...
Wussten Sie schon, dass diese
Sichtschutzzaun-Fertigelemente mit diagonalen
Zaunbrettern in Obermichelbach nicht zugelassen
sind? Der Bauausschuss auch nicht, obwohl die
Mehrheit der Mitglieder diese Satzung mit
verfasst hat.....
Dies kam zutage, weil ein Antrag auf Befreiung
von dieser Verordnung von einem aufmerksamen
Grundstücksbesitzer kam.
Der Ausschuss schaute sich tiiiief in die Augen,
genehmigte diese Ausnahme und nahm sich vor, die »Einfriedungsverordnung
(pdf) noch mal zur Brust zu nehmen. Denn
wenn man diese liest und dann aufmerksam durchs
Dorf läuft, könnte man mit den angedrohten
Geldbußen den Haushalt nachhaltig sanieren....
Spielplatz Pfefferloh III -
noch dieses Jahr?
Nun lagen alle drei Angebote für den Spielplatz
vor. Man entschied sich, nur Varianten in Holz
zu berücksichtigen (kein Kunststoff) und gab dem
Bürgermeister die Erlaubnis, den Spielplatz
gemeinsam mit den Anwohnern fertig zu planen.
Damit eine Realisierung noch dieses Jahr möglich
wird, sollen die jeweiligen Fraktionssprecher
formlos mit eingebunden werden, um für die
endgültige Vergabe nicht auf die nächste
Ausschusssitzung nach der Sommerpause warten zu
müssen. |